Es war eine dramatische und herausfordernde Zeit während der Pandemie. Man selbst konnte nicht viel tun, außer sich an die Regeln zu halten und abzuwarten. Trotz der tragischen Ereignisse auf der ganzen Welt war es gerade das Laufen, das etwas Normalität und Abwechslung in den eingeschränkten Alltag brachte.
Die Straßen waren oft leer, die Natur wirkte ruhiger, und viele Menschen entdeckten das Laufen für sich neu. Es wurde zu einer wichtigen Möglichkeit, Kopf und Körper gesund zu halten, Sorgen abzubauen und sich zumindest für einen Moment frei zu fühlen – trotz aller Unsicherheiten und Einschränkungen.
Absage des Syltlaufs 2020
Der Syltlauf war ein wichtiger Teil der Vorbereitung für den Marathon in Wien. Auch wenn Corona in Deutschland noch nicht richtig angekommen war, wurden sowohl der Syltlauf als auch der Wien-Marathon vorsorglich abgesagt.
Da wir bereits alles auf Sylt gebucht hatten, entschieden wir uns, das Wochenende trotzdem dort zu verbringen – allerdings ohne offiziellen Lauf. Doch genau an diesem Wochenende erreichte die Pandemie Deutschland mit voller Wucht. Am Sonntag wurde schließlich die Anweisung erteilt, dass alle Besucher die Insel verlassen mussten.
Dies markierte den Beginn vieler privater Läufe und virtueller Laufveranstaltungen, die für lange Zeit den Alltag bestimmten.

Lauf zum Herkules
Auch wenn diese Strecke von Vellmar hoch zum Herkules besonders herausfordernd ist, lohnt sie sich aufgrund der schönen Laufstrecke und des atemberaubenden Blicks vom Herkules über Kassel. Die Strecke ist anspruchsvoll, da es fast durchgehend bergauf geht, doch genau das macht ihren Reiz aus.
Bei strahlendem Sonnenschein nahmen wir die Herausforderung an und genossen jeden Abschnitt – von schattigen Waldwegen bis hin zu offenen Abschnitten mit grandioser Aussicht. Oben angekommen, wurden wir mit einem beeindruckenden Panorama belohnt. Die Anstrengung hat sich definitiv gelohnt, und der Lauf zum Herkules bleibt ein besonderes Erlebnis.
Berlin ohne Touristen
Während dieser besonderen Zeit musste ich geschäftlich nach Berlin. Da sich die Gelegenheit bot, nahm ich meine Frau mit und wir nutzten die Chance für einen Lauf zum Brandenburger Tor.
Das Wetter hätte nicht besser sein können, doch die Atmosphäre war surreal. Die Straßen, die sonst voller Leben sind, waren fast menschenleer. Als wir das Brandenburger Tor erreichten, standen wir völlig allein davor – ein Anblick, den man wohl nur einmal im Leben erlebt. Kein Trubel, keine Touristen, keine Hektik – nur wir und das imposante Wahrzeichen der Stadt. Ein Lauf, den wir nie vergessen werden.
Lauf nach Hann. Münden
Eine Strecke, die wir schon mehrfach gelaufen sind, aber gerade in dieser besonderen Zeit wieder eine großartige Option für uns war. Der Lauf führte uns entlang der Fulda, vorbei an malerischen Landschaften und ruhigen Wegen, bis nach Hann. Münden.
Die Strecke bietet nicht nur eine wunderschöne Naturkulisse, sondern auch eine angenehme Mischung aus flachen Passagen und leichten Anstiegen. Besonders beeindruckend ist das historische Stadtbild von Hann. Münden, das am Ziel auf uns wartete. Ein Lauf, der sowohl sportlich als auch landschaftlich immer wieder begeistert und für eine kleine Auszeit vom Alltag sorgt.
Lauf Hamburg Außenalster
Auch in Hamburg ergab sich eine gute Gelegenheit, einen Lauf zu machen. Die Strecke einmal rund um die Außenalster ist besonders schön und bietet einen herrlichen Blick auf das Wasser und die umliegende Natur. Besonders früh am Morgen oder am späten Abend, wenn weniger Menschen unterwegs sind, lässt sich der Lauf sehr genießen. Allerdings ist die Strecke je nach Tageszeit oft ziemlich überlaufen, besonders an Wochenenden. Dennoch ist es immer wieder ein tolles Erlebnis, entlang des Sees zu laufen, die frische Luft zu genießen und dabei die Schönheit der Stadt zu entdecken. Ein Klassiker für Läufer in Hamburg.
Fazit
Neben den genannten Läufen gab es noch viele weitere Strecken, die wir während dieser Zeit gelaufen sind. Das Laufen hat uns sehr geholfen, in der Zeit der Pandemie rauszukommen und trotz aller Beschränkungen noch etwas zu sehen. Es war eine Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen, frische Luft zu schnappen und sich körperlich fit zu halten.
Auch wenn wir als Läufer vielleicht etwas mehr Abwechslung hatten als viele andere Menschen, hoffe ich, dass eine solche Zeit nie wiederkommt und wir alle von solch einer Krise verschont bleiben. Die Erfahrungen haben uns aber auch gezeigt, wie wichtig Bewegung und Abwechslung sind.